Fellpflege beim Havaneser

Tipps für ein schönes Fell beim Havaneser

Wer einen Havaneser wählt, sollte sich bewusst sein, dass er sich zukünftig täglich die Zeit nehmen muss, die Hängeohren täglich zu reinigen, um Ohr-Infektionen zu verhindern, die zum übermäßigen Tränen neigenden Augen, welche zu Flecken im Fell um die Augen herum führen, welche rötlichbraune Verfärbungen hinterlassen, täglich mit Augenlotion auszuwischen und das Fell möglichst konsequent täglich gründlich durchzubürsten oder zu kämmen.

Wenn sich das Haarkleid des Havanesers im Alter von cirka 24 Monaten voll entwickelt hat, kann der Pflegeaufwand etwas geringer werden – oft reicht es dann, wenn man den Hund nur alle zwei Tage gründlich kämmt und bürstet, wobei es natürlich immer vor allem auf die Beschaffenheit des Haarkleides ankommt, nach welcher sich die Intensität der Fellpflege richtet.

Fellpflege

Die Frage, wie aufwändig die Fellpflege beim Havaneser ist, kann man kaum pauschal beantworten, denn das hängt einerseits vom Alter des Hundes ab, weil der Havaneser unterschiedliche Phasen seiner Fellbeschaffenheit durchläuft.

In jedem Fall sollte der Besitzer eines Havanesers folgende Hundebürsten/Pflegewerkzeug bereit halten:

Nachfolgend werden nun die Pflegeschritte beim Havaneser ausführlich beschrieben.

Welpenalter

Wechselt der Havaneser im Alter von ca. acht Monaten vom Welpenfell ins Erwachsenenfell, neigen die Haare stark zum Verfilzen und das bedeutet, dass der Hund in dieser Phase am besten konsequent täglich gründlich gekämmt und gebürstet werden sollte. Unterbleibt die Fellpflege oder führt man sie nur unregelmäßig durch, verbleiben die losen Haare im Fell und verweben sich mit den festen Haaren, was zur einer Filzschicht über der Haut führen kann, die dann daran gehindert wird, zu atmen. So entsteht nicht nur Juckreiz, sondern diese Filzschicht bildet auch eine ideale Brutstelle für Bakterien, Pilze und Parasiten.

Ist die Verfilzung zu stark, als dass man sie mit einem Kämmhilfespray und dafür geeigneten Pflegewerkzeug entfernen kann, ohne dass dies für den Hund zu einer schmerzhaften Tortur wird, bleibt nur noch der Weg der Schur. Insofern kann man sich natürlich fragen, ob es nicht sinnvoll ist, das Fell des Havanesers schon im Vorfeld zu kürzen, bevor Filz entsteht und so den Pflegeaufwand geringer zu halten.

Die Frage muss jedoch leider mit einem klaren nein beantwortet werden, denn auch das gekürzte Fell neigt zum Verfilzen und erfordert einen hohen Pflegeaufwand. Insofern würde nur das Trimmen des Havanesers den Fellpflegeaufwand verringern. Dabei ist jedoch zu beachten, dass wenn der Hund an Ausstellungen teilnehmen soll, der Rassestandard langes Fell verlangt und geschorene und getrimmte Hunde nicht erwünscht sind. Allerdings gibt es eine Variante des Fells vom Havaneser, das quasi sogar „verfilzt“ an Rassehundeschauen ausgestellt werden darf, denn wer die Technik des „Schnürens“ des Havaneserfells beherrscht, der lässt ihm „Dreadlocks“ wachsen.

Eine Verringerung des Pflegeaufwands erreicht man damit aber nicht, denn das „Schnürenfell“ ist nur mit viel Können und genügend Erfahrung in dieser Technik, die Haare zu Schnüren zu formen, zu erreichen.

Ab dem 18. bis 24. Monat

Allerdings dürfen die Besitzer der Havaneser hoffen, dass wenn sich im Alter von cirka 18 Monaten bis 24 Monaten das Haarkleid voll entwickelt hat, der Pflegeaufwand – je nach Fellbeschaffenheit des Hundes – sich auch wieder verringern kann. Doch so lange mit der Fellpflege zu warten, ist natürlich nicht möglich und darum sollte man den Welpen schon rechtzeitig an das Kämmen und Bürsten gewöhnen, damit er es sich nicht nur gerne gefallen lässt und sie als ganz selbstverständlich ansieht, sondern es sogar ganz stressfrei genießen kann.

Gleichwohl ist aber nicht jeder Hund gleich und ob sich der Hund die Fellpflege hingebungsvoll gefallen lässt oder das Kämmen und Bürsten gar nicht mag, ist auch vom Charakter des Hundes abhängig. Trotzdem hilft es, ihm die Fellpflege durch positive Bestärkung wie Lob, Belohnungen und Leckereien schmackhaft zu machen und zuerst weiche Naturhaarbürsten zu verwenden, sowie die Reprisen der Fellpflege zuerst noch kurz zu halten und auf wenige Minuten zu beschränken und die Zeit, die für die Fellpflege verwendet wird, dann langsam zu steigern.

Um das Bürsten und kämmen für den Havaneser so angenehm als möglich zu machen, kann man zuvor ein Pflegespray auf das Fell sprühen, welches das Kämmen und Bürsten erleichtert, weil es das Fell gleitfähiger macht und so Knoten und Filz aufgelöst werden kann – wobei es sinnvoll ist, Filzballen noch einmal separat einzusprühen und ihn dann, nach einer kurzen Einwirkzeit des Sprays, am Haaransatz festzuhalten und so lange mit einer feinen Zupfbürste oder Drahtbürste die gebogene Zinken hat, darüber zu kämmen, bis sich die zusammengewobenen Haare entwirrt haben.

Manchmal hilft es auch, das Fell mit Babypuder einzustäuben und mit den Zinken eines weitzinkigen Metallkammes, der senkrecht auf den Filzballen aufgesetzt und gerade heruntergezogen wird, die verwobenen Haare voneinander zu trennen.

Am leichtesten geht die Fellpflege vonstatten, wenn der Hund es gelernt hat, sich auf die Seite legen zu lassen. So kann man mit einer Drahtbürste oder einem Kamm an der Unterseite des Bauches anfangen und sich Scheitel weise bis zum Rücken vorarbeiten.

Der Abstand der Drahtstifte oder die Weite der Zinken des Kammes richtet sich nach der Fellbeschaffenheit des Havanesers. Wenn beide Seiten des Hundefells gründlich durchgekämmt oder gebürstet wurden, werden auch die Brust, die Beine, die Rute und der Kopf mit Kamm und/ oder Bürste bearbeitet.

Dabei ist es wichtig, dass man immer bis in die Tiefen des Felles, dort wo es an der Haut ansetzt, arbeitet, denn dort bildet sich der Filz am schnellsten. Auch die Stellen unter den Achseln und hinter den Ohren sollten mit ganz besonders viel Sorgfalt bearbeitet werden, denn dort verknoten die Haare sehr schnell.

Das Glanzfinish gibt eine weiche Naturhaarbürste, mit der gelöste Hautschüppchen, Staub oder feine Schmutzpartikel aufgenommen und entfernt werden.

Gerade bei vielen langhaarigen Hunden erhalten Welpenkäufer oft den Rat des Züchters, die Hunde öfter zu baden, weil das die Fellpflege erleichtert. Tatsächlich weist ein frisch gebadetes Fell den Schmutz ab und lässt sich leichter kämmen – vor allem wenn man zum milden Hundeshampoo auch noch Spülungen oder Conditioner verwendet – aber ob man dabei nicht auch riskiert, dass die natürliche Hautbarriere geschwächt wird und die Haut zu stark austrocknet, wird schwer zu beantworten sein.

Ebenso wie die Frage, ob man das Fell vor oder nach dem bad entfilzt, denn ein verfilztes Fell lässt natürlich kaum Wasser und Shampoo an die Haut und darum löst sich dann dort auch der Schmutz nicht und die pflegenden Lotionen werden ebenfalls nicht wirksam. Andererseits ist das Fell nach dem Bad durch verwendete Spülungen oder wasserlösliche Pflegeöle leichter kämmbar und die Filzballen lassen sich somit leichter entfernen.

Doch egal für welchen Weg man sich entscheidet – wichtig ist, dass das Fell des Havanesers gut durchnässt wird, bevor man das Hundeshampoo gleichmäßig darin verteilt und dass die Pflegeprodukte nach dem Einwirken auch wieder mit viel klarem Wasser ausgespült werden.

Wie bei allen langhaarigen Hunden gilt auch beim Trocknen des Havanesers, dass das Fell nicht trockengerubbelt oder frottiert werden sollte, sondern dass man die Feuchtigkeit mit dem Handtuch nur ausdrückt, damit man die Verfilzung der Haare nicht fördert und dass man anschließend den Föhn nutzt, um das Fell zu trocknen. Das ist insofern wichtig, weil der Havaneser ein eher kälteempfindlicher Hund ist, dessen Fell ihm auch im trockenen Zustand wenig Kälteschutz bietet. Er muss also wirklich gut trocken sein, bevor er nach draußen darf und im Winter empfiehlt es sich für die Besitzer von Havanesern, Hundedecken zu verwenden, um den Havaneser warm zu halten.

Ohrenpflege

Der Haarwuchs des Havanesers ist nicht nur an seinem Rumpf sehr üppig, sondern auch in seinem Gehörgang neigen die Haare dazu, sich auszubreiten. Im Prinzip sind diese Haare in den Ohren natürlich auch nützlich, denn ihre Funktion ist es, den Gehörgang vor Schmutz und eventuell eindringenden Fremdkörpern zu schützen.

Doch wie so oft kann ein Zuviel eben auch zuviel sein und so verhindern zu viele Haare in den Ohren des Havanesers, dass genügend Luft an die empfindliche Haut gelangt und so werden leider auch Ohrenentzündungen gefördert. Dem Hundebesitzer fällt das in der Regel erst dann auf, wenn den Ohren ein sehr übler Geruch entströmt, ein schwarzes Sekret sichtbar wird oder der Hund seinen Kopf immer wieder schüttelt.

Aus diesem Grund sollten die zu üppig wuchernden Haare von Zeit zu Zeit ausgezupft werden, was – vorausgesetzt man beherrscht die richtige Technik – vom Hund auch nicht als schmerzhaft empfunden wird. Wer zum Haare auszupfen die Finger benutzt, sollte sie mit Babypuder bestäuben, weil die Haare fettig sind und sonst durch die Finger gleiten würden, Diese Methode ist recht zeitaufwändig, weil man immer nur sehr wenige der Haare erreicht und auszupft.

Etwas schneller geht es mit der Zupfzange, denn mit ihr bekommt man deutlich mehr Haare zu fassen, die man gleichzeitig auszupft.

Die Zupfzange ist aber vorne abgerundet und damit eine sichere Variante, um die Ohrhaare zu entfernen, ohne dass man dabei riskiert, den Gehörgang oder gar das Trommelfell zu verletzen und darum sollte – vor allem wenn der Hund nicht ganz still hält – keinesfalls eine normale Pinzette verwendet werden.

Zwar ist es auch mit der Zupfzange keine schmerzhafte Prozedur für den Hund, seine Ohren zu enthaaren, aber das gilt auch nur für die Haare, die im inneren Gehörgang wachsen – die haare des äußeren Gehörgangs sollten nicht ausgezupft werden, denn das ist für den Hund schmerzhaft. Trotzdem sollte keinesfalls eine Schere benutzt werden, um die Haare in den Ohren zu entfernen, denn hierbei ist das Risiko zu groß, dass die abgeschnittenen Haare in den Gehörgang fallen und ihn erst recht verstopfen oder die Haut reizen.

Nach dem Zupfen sollten die Ohren des Havanesers mit einem milden, speziell für Hunde konzipierten Ohrreiniger gesäubert werden. Hierzu tröpfelt man ein wenig der Lotion ins Ohr und massiert sie ein, bis sich der Schmutz gelöst hat, den man anschließend mit einem Wattebausch oder Wattepad aus den Ohren wischt.

Augenpflege

Beim Havaneser kann es – gerade beim Welpen oder wenn der Hund geschoren wurde – eine Phase des Haarwachstums geben, bei dem die Haare zwischen dem Nasenrücken und den Augen noch nicht lang genug sind, um von alleine so tief herunterzuhängen, dass ihre Spitzen nicht in die Augen geraten und sie reizen. In diesem Fall kann es hilfreich sein, diese Haare mit Vaseline oder Melkfett herunter streichen, damit ihre Spitzen den Hund nicht in die Augen pieken.

Beim Welpen ist dies nicht zu vermeiden, doch es ist einer der Gründe, warum man diese Haare beim erwachsenen Hund nicht kürzt, denn der Havaneser neigt zu verstärktem Tränenfluss und damit die Haare um die Augen sich nicht braun-rötlich verfärben, sollte man jedwedes Risiko vermeiden, das den Tränenfluss zusätzlich verstärkt. Darüber hinaus ist es ratsam, einen speziellen Augenreiniger zu verwenden, von dem man einige Tropfen auf einen Wattepad gibt, um damit die Augenpartie zu säubern.

Bei starken Verschmutzungen kann der Augenreiniger auch direkt auf das Fell gegeben werden, sodass es mit der Lotion durchtränkt ist. Anschließend lässt man den Augenreiniger kurz einwirken und nimmt dann den gelösten Schmutz mit einem weichen, saugfähigen Küchenkrepp aus den Haaren. Kleinere morgendliche Verklebungen im Fell rund um die Augen des Hundes, können auch mit einem sehr feinzinkigen Flohkamm vorsichtig aus den Haaren herausgekämmt werden.

Pfotenpflege

Langhaarige Hunde, wie der Havaneser haben oft auch einen sehr starken Haarwuchs zwischen den Fußballen. Das führt einerseits dazu, dass sich Schmutz darin festsetzt und reibt oder Schnee Ballen darin bildet, was beim Laufen für den Hund sehr schmerzhaft sein kann. Andererseits nehmen die langen Haare den Fußballen auch ihre Rutschfestigkeit auf glatten Bodenbelägen.

Darum sollten die Fußballen beim Havaneser immer frei geschnitten sind, damit sie ihre Trittsicherheit behalten und nicht auf Fliesen, Parkett oder Laminat wegrutschen, denn solche Unfälle gehen leider oft auch mit schmerzhaften Zerrungen einher. Um bei üppigem Haarwuchs, der es erschweren kann zu sehen, wohin man genau schneidet, keine Verletzungen des Fußballens seines Hundes zu riskieren, sollte man am besten eine vorne abgerundete Schere verwenden und sehr vorsichtig damit arbeiten.