Fellpflege beim Tibet Terrier

Tipps für ein schönes Fell beim Tibet Terrier

Der Tibet Terrier teilt sich die Eigenschaft vom Malteser, dessen lange Haare ebenfalls zum Verfilzen neigen. Auch wenn erfahrene Tibet Terrier-Züchter berichten, dass die Pflegeintensität und der Pflegeaufwand je nach Felllänge und -qualität, Temperatur und Wetter, Jahreszeit oder Entwicklungsstand des Hundes stark variieren kann und die Besitzer von Tibet Terriern manchmal mit wenigen Minuten am Tag, einer halben Stunde pro Woche bis hin zu mehreren Stunden täglich mit der Fellpflege ihres vierbeinigen Lieblings beschäftigt sein können.

Abgesehen von der Fellpflege des Tibet Terriers durch ein Vollbad, ist es wichtig, die losen Haare und die abgestorbene Unterwolle auch mit Kamm und Hundebürste regelmäßig aus dem Fell zu entfernen, damit die Doppelschichtigkeit des Haarkleides nicht seine Funktion verliert und die Haut gut belüftet und nicht zum Brutplatz von Bakterien, Parasiten und Pilzen wird. Primär soll jedoch nur die lose Unterwolle ausgekämmt werden und keinesfalls ein Felltrimmer oder Fellstriegel zum Einsatz kommen, der die gesamte Unterwolle oder gar das Deckhaar ausdünnt, denn Ziel ist es, dass das Fell durch die Pflege an Glanz und Farbintensität gewinnt.

Tibet Terrier am Wasser

Ein wenig Übung und Erfahrung, sowie das richtige Werkzeug ist von großer Bedeutung, um ein optimales Ergebnis der Fellpflege zu erzielen, aber das Scheren oder Kürzen des Fells mit einer Schere sollte beim Tibet Terrier unterbleiben und nur dann erfolgen, wenn es beispielsweise wegen einer tierärztlichen Behandlung erforderlich wird, denn wenn das Fell des Tibet Terriers kurz geschnitten, oder geschoren wird, geht das schützende Deckhaar verloren. Es bleibt nur oft farbloses, feines Woll-Fell, das immer noch dicht auf der Haut sitzt und nun die Funktion des Deckhaars übernehmen muss und damit wird aus dem doppelschichtigen Haarkleid ein einschichtiges Fell, dem die Ergänzung des festeren Deckhaares fehlt.

Tibet Terrier mit mittellangem FellGleichzeitig ist die Wolle zu kurz, als das man sie noch irgendwie ausdünnen könnte und die Haut bleibt schlecht belüftet. Dies kann weit reichende Folgen haben, wenn das Fell immer wieder geschoren wird, denn dadurch kann das Deckhaar auf Dauer sogar ganz verdrängt werden und das Fell des Hundes besteht nur noch aus der feinen Unterwolle, die dicht und eng auf der Haut liegt und keine Belüftung der Haut zulässt, wodurch Hautprobleme entstehen können. Gleichzeitig wirkt das Fell eines so behandelten Tibet Terriers stumpf, glanz- und farblos und es kann auch seine Funktion nicht mehr erfüllen – der Hund durchnässt bei Regen.

Ein einmal geschorener Hund wird in der Regel keinen langfristigen Schaden seines Fells erleiden, aber die Haare benötigen rund ein Jahr, bis sie wieder ihre volle Länge erreicht haben.

Wer den Pflege-Aufwand scheut, der mit dem Kauf eines Tibet Terriers verbunden ist, der sollte sich besser einen weniger pflegeaufwändigen Hund aussuchen, denn das lange Fell dient nicht nur der Optik, sondern erfüllt wichtige Funktionen. Wer jedoch bereits Probleme mit der Fellpflege hat, weil das Fell bereits verfilzte, der sollte das Kürzen der Haare mit einer Schere durchführen und darauf achten, dass mindestens 8 bis 10 cm an Felllänge stehen bleibt, damit die Möglichkeit weiterhin besteht, die Unterwolle zu lockern und auszukämmen, denn auch wenn das Kürzen des Fells ein wenig Erleichterung in der Pflege bedeutet, darf das Auskämmen der losen Unterwolle nicht vernachlässigt werden. Schließlich neigt das feine, gekürzte Fell sogar noch mehr zum Verfilzen, als das seidige lange Haar und das zwei-Schichten-Haarkleid des Tibet Terriers funktioniert nur mit zwei intakten Schichten.

Frühestmögliche Gewöhnung an die regelmäßige Fellpflege

Tibet Terrier mit kurzem HaarDie größtmögliche Erleichterung bei der Fellpflege stellt die gute Erziehung und die Gewöhnung des Hundes an die Prozedur schon im Welpenalter dar. Erfahrene Züchter raten den Welpenkäufern, den jungen Hund zweimal wöchentlich auf einen festen Untergrund, wie die Platte eines Trimmtisches zu stellen und ihn mit einer Naturhaarbürste sanft einige wenige Minuten zu bürsten, sodass es für den Hund eher eine angenehme Massage, als eine Gehorsamsübung ist. Wird der Hund nun auch noch gelobt und belohnt, wird die Fellpflege auch im Erwachsenenalter mit Genuss für den Hund und wenig Zeitaufwand für seinen Mensch, respektive ohne Stress für beide verbunden sein. Mit rund einem halben Jahr sollte der Tibet Terrier auch gelernt haben, sich auf dem Tisch auf die Seite legen zu lassen, denn in diesem Alter ist das Fell schon recht üppig und der Pflegeaufwand wird erleichtert, wenn der Hund sich das Kämmen und Bürsten widerstandslos gefallen lässt.

Ideal eignet sich eine langstielige Drahtbürste, mit der auch die tieferen Fellschichten gut erreicht werden und mit der das Fell nach dem Einsprühen mit einer Pflegelotion durchgebürstet wird. Die Beinhaare sollten gegen die Wuchsrichtung der Haare gebürstet werden und wenn sich der Hund problemlos auf die Seite legen lässt, kann man damit beginnen, ihn schichtweise, vom Bauch aufwärts mit dem Hundekamm bis auf die Haut gut durchzukämmen.

Zum Abschluss der Fellpflege wird der Hund noch einmal im Stehen gekämmt, indem man zuerst einen Scheitel auf dem Rücken zieht, die Haare nach rechts und links teilt und sie anschließend nochmals nach unten durchkämmt.

Was tun bei Filzballen?

Sollten die haare trotz intensiver Fellpflege Filzballen gebildet haben, werden diese am besten mit Hilfe eines wasserlöslichen Öls aufgelöst, welches man pur in die miteinander verwobenen Haare einmassiert, um nach ein paar Minuten Einwirkzeit die Haare mit den Fingern etwas auseinander zu ziehen. Anschließend verwendet man einen weitzinkigen Metallkamm und teilt den Filz mit den ersten Zinken, die man senkrecht ansetzt und vorsichtig nach unten zieht. Der Aufwand ist natürlich groß und es fordert die Geduld von Hund und Mensch, bis das Fell so entfilzt wurde, aber so verliert der Tibet Terrier nicht zuviel von seiner üppigen Haarpracht.

Die Empfehlung von Züchtern und Tibet Terrier-Besitzern mit langjähriger Erfahrung ist es, den Hund spätestens am Tag nach dem Entfilzen zu baden und danach nochmals gründlich durchzukämmen, denn zum einen werden so Ölrückstände aus dem Fell entfernt, zum anderen neigt gebadetes Haar weniger zum Verfilzen und zieht auch nicht soviel Staub, Schmutz und Pflanzenteile an.

Bevor wir es vergessen ...

Regelmäßige Fellpflege dient zwar in erster Linie der Gesunderhaltung von Haut und Haaren des Hundes, aber während sich der Mensch um das Wohlbefinden seines Hundes kümmert, festigt sich gleichzeitig auch die Bindung zwischen ihm und seinem vierbeinigen Freund. Insofern kann die Fellpflege, je öfter sie statt findet, viel mehr bewirken, als nur, dass Schmutz, abgestorbene Hautschuppen und lose Haare aus dem Fell entfernt werden.

Trotzdem ist es natürlich auch wichtig, Kamm und Bürste gegen Verfilzungen, Verknotungen und all diese kleinen Begleiter einzusetzen, die der Hund während eines Spazierganges in seinem Fell einsammelt.

Dazu gehören aber nicht nur kleine Zweige von Ästen, unter denen der Hund herumstromerte oder Sand und Kletten. Wer es mit der Fellpflege sehr genau nimmt, entdeckt auch einen eventuellen Parasitenbefall oder eine Zecke, die sich gerade einen Platz sucht, um sich festzusaugen, noch bevor das Ungeziefer Juckreiz auslöst und dem Hund schadet.

Auch Verletzungen von Dornbüschen oder entzündete Haustellen, wie beispielsweise Hot Spots können schneller behandelt und geheilt werden, wenn man den Hund oft näher in Augenschein nimmt und es gibt kaum eine bessere Gelegenheit dazu, als die regelmäßige Fellpflege.

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