Fellpflege beim Golden Retriever

Tipps für ein schönes Fell beim Golden Retriever

Wer den Golden Retriever liebt, der schätzt neben seinem liebevollen Wesen auch sein herrlich goldenes bis cremefarbenes Fell, das der Hunderasse ihren „Vornamen“ gab.

Das Haar des golden Retriever ist lang, entweder glatt oder wellig, aber nicht gelockt und die beeindruckende seidige Befederung an der Rückseite der Vorderläufe, der Unterseite der Rute, die sie wie eine Fahne aussehen lässt, sowie im Brust- und Bauchbereich gehören zum typischen Erscheinungsbild der Hunde dieser Rasse.

Das Haarkleid des golden Retrievers besteht aus zwei Schichten: der feineren, dichten und wetterfesten Unterwolle, welche die Haut des Hundes gegen Kälte isoliert und dem festeren, langen Deckhaar.

Sein üppiges Fell sorgt dafür, dass dem Golden Retriever auch extreme, nasskalte Witterungsbedingungen nichts ausmachen, wobei dem entgegen eine relativ starke Empfindlichkeit hinsichtlich hoher Temperaturen gegenüber steht.

Golden Retriever

Zum Modellieren, Trimmen und Ausdünnen des Fells vom Golden Retriever braucht man:

  • eine glatte Fellschere, mit der man die Haare an den Ohren und an den Pfoten schneidet die Rutenhaare kürzt
  • eine doppelseitig gezahnte Effelierschere mit feinen Schnittflächen zum Ausdünnen des Fells im Hals-, Brust- und Schulterbereich und an den Hinterfüßen. Diese Ausführung der Ausdünnschere eignet sich auch für weniger geübte Hundehalter, denn sie entfernt weniger Fell und schneidet weichere Kanten
  • einen Furminator zum Entfilzen und Ausdünnen der Unterwolle.

Das Modellieren birgt auch den Vorteil, dass beispielsweise das so gekürzte Hals- und Brusthaar besser trocknet, denn das Element Wasser ist für den Golden Retriever eine Art Lebenselixier von dessen Verlockung hineinzuspringen, man ihn kaum abhalten kann. Doch wo das Fell lange feucht bleibt, fühlen sich auch Bakterien und Pilze wohl und an diesen Stellen bilden sich darum auch rasch Hautirritationen wie nässende, entzündete Hot Spots. Darum ist es sinnvoll, das Fell in diesem Bereich mit einer Effelierschere auszudünnen und zu kürzen. Am besten hierfür geeignet ist eine Ausdünnschere mit sehr feinen Schnittflächen, durch welche Schnittkanten kaum oder gar nicht sichtbar werden. Wichtig dabei ist es, stets von unten nach oben zu arbeiten und laufend zwischen Kamm und Schere abzuwechseln, bis das Fell zwar ausgedünnt und gekürzt ist, aber dabei die ursprüngliche Form des Hundes erhalten bleibt.

Fellpflege auch an den Pfoten

Auch die Haare an den Hinterfüßen und Pfoten werden von den meisten Besitzern eines Golden Retrievers gekürzt und das hat nicht nur den Grund des optischen Effekts, weil eine getrimmte Pfote, respektive ein sauber seiner natürlichen Linie entlang freigeschnittener Hinterfuß gepflegter aussehen, sondern auch, weil so Verletzungen, wie eingetretene Dornen, Risse oder Schnitte leichter und damit rascher zu erkennen sind und schneller behandelt werden können. Außerdem bleibt so nicht so viel Schmutz an den unteren Extremitäten des Hundes hängen, den er mit ins Haus tragen kann. Bei zu starkem Bewuchs zwischen den Ballen kommt noch hinzu, dass der den Ballen ihre Rutschfestigkeit nimmt und der Hund auf glatten Untergrund leichter ausgleiten kann. Überdies ballt sich an den zu langen „Zotteln“ der Pfoten im Winter gerne der Schnee und erschwert dem Hund das schmerzfreie Laufen – der gleiche Effekt passiert auch im Sommer, wenn eben diese Zotteln oft nass werden, sich Schmutz und Sand darin sammelt und dann daraus Filzballen entstehen.

Die Länge der Haare der „Fahne“ an der Rute des Golden Retriever sollte beim stehenden Hund bis zu den Sprunggelenken reichen. Um die korrekt zu kürzen, ertastet man mit der linken Hand den letzten Rutenwirbel und schneidet ca. 1,5 cm dahinter die ausgekämmten Haare in einer nach vorne fortgesetzten Linie halbmondförmig ab, sodass an der längsten Stelle der Fahne eine Befederung von mindestens 10 cm Länge stehen bleibt. Die äußere Körperlinie des Golden Retrievers soll dadurch eleganter erscheinen.

Wird der Golden Retriever an Ausstellungen gezeigt, dann spielt sein gepflegtes, äußeres Erscheinungsbild eine große Rolle, die in die Bewertung einfließt – insofern gehört das Modellieren der Fahne an der Rute, sowie das Kürzen der Haare an den Ohren und das trimmen vom Hals- und Brustbereich bis kurz über das Brustbein zur Pflicht des Ausstellers.

Allerdings gehört zur Fellpflege des Golden Retrievers nicht nur das Modellieren und Trimmen der langen Haare, sondern auch das schon angesprochene Entfernen loser Unterwolle und das regelmäßige Entwirren des Fells, sodass keine Knoten und Filzballen entstehen können.

Hierfür benötigt man:

Je nach Fellbeschaffenheit und Jahreszeit, respektive im Fellwechsel kann es nötig sein, den Golden Retriever täglich zu bürsten. Außerhalb des Fellwechsels reicht es meist, den Golden Retriever zweimal wöchentlich ausgiebig durchzukämmen und zu bürsten.

Baden sollte man den golden Retriever so wenig als möglich und nur, wenn es nötig ist, aber seine Beine und seinen Bauch abzuduschen hilft, dass er weniger getrockneten Sand in der Wohnung verliert.

Bevor wir es vergessen ...

Regelmäßige Fellpflege dient zwar in erster Linie der Gesunderhaltung von Haut und Haaren des Hundes, aber während sich der Mensch um das Wohlbefinden seines Hundes kümmert, festigt sich gleichzeitig auch die Bindung zwischen ihm und seinem vierbeinigen Freund. Insofern kann die Fellpflege, je öfter sie statt findet, viel mehr bewirken, als nur, dass Schmutz, abgestorbene Hautschuppen und lose Haare aus dem Fell entfernt werden.

Trotzdem ist es natürlich auch wichtig, Kamm und Bürste gegen Verfilzungen, Verknotungen und all diese kleinen Begleiter einzusetzen, die der Hund während eines Spazierganges in seinem Fell einsammelt.

Dazu gehören aber nicht nur kleine Zweige von Ästen, unter denen der Hund herumstromerte oder Sand und Kletten. Wer es mit der Fellpflege sehr genau nimmt, entdeckt auch einen eventuellen Parasitenbefall oder eine Zecke, die sich gerade einen Platz sucht, um sich festzusaugen, noch bevor das Ungeziefer Juckreiz auslöst und dem Hund schadet.

Auch Verletzungen von Dornbüschen oder entzündete Haustellen, wie beispielsweise Hot Spots können schneller behandelt und geheilt werden, wenn man den Hund oft näher in Augenschein nimmt und es gibt kaum eine bessere Gelegenheit dazu, als die regelmäßige Fellpflege.

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